Was ist das Aktionslabor und wie ist es auf dem Klimacamp gelandet? / What is the ActionLab and how did it end up at the Climate Camp?

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In den letzten Jahren ist der Widerstand gegen Braunkohle und das System, das sie benötigt, stark gewachsen.

Zu den schon seit Jahrzehnten praktizierten Formen des Protests – Petitionen, Briefe, Demonstrationen – kamen auch neue Aktionsformen hinzu. 2011 gab es die erste Schienenblockade der Hambachbahn, 2014 die erste Baggerbesetzung im Rheinland. Die Waldbesetzungen brachten spannende Aktionen in Tunneln, auf Bäumen und in Barrikaden hervor. 2015 erlebte das Rheinland seine bisher größte Massenaktion – Ende Gelände.
Aber: Da geht noch was! Wir wollen dieses Jahr in einem Aktionslabor für innovativen Widerstand neue Aktionsformen entwickeln und ausprobieren. Dazu wird das Aktionslabor ein geeigneter Rahmen sein. Mit Trainings im Vorfeld, Material vor Ort und Reflexion danach wollen wir alle, ob protesterfahren oder nicht, ermuntern, an Aktionen zu arbeit1_august_klimacamp_blockade-c-feinfrisch-11en und diese mit anderen umzusetzen. Alle können voneinander lernen. Auch Menschen, die sich selbst als wenig aktionserfahren wahrnehmen, können für sich Aktionen finden, die sich geeignet und nicht überfordernd anfühlen.

Die gesammelten Erfahrungen wollen wir gemeinsam auswerten und 2017 in einem Flächenkonzept (vgl. Streckenkonzept im Wendland) münden lassen, um den Widerstand erneut auf ein neues Level zu heben.

Doch nicht nur bei den Aktionen selber, sondern auch bei der Organisierungsfrage wollen wir fragend voranschreiten. Oft organisieren wir uns auf Demonstrationen in Bezugsgruppen (bis ca. zehn Menschen) und Fingern (ca 250 Menschen). Doch was ist dazwischen? Können wir neue, handlungsfähige Organisierungsformen finden, die die Stärken von Bezugsgruppen (Fähigkeit zur Absprache und zum Konsens, Schnelligkeit in der Entscheidungsfindung, Autonomie der Menschen) und Fingern (viele Menschen) verbinden? Wie können wir auch in „Massen“aktionen Autonomie bewahren? Und wie sieht es eigentlich mit der Organisierung in unserer alltäglichen Polit-Arbeit aus?

Damit Menschen sich ermächtigt fühlen Aktionsformen auszuprobieren braucht es auch einen Raum diese zu erlernen. Das inhaltliche Programm ist daher umfangreich und kann sich gern noch erweitern. Dabei soll es nicht um immer größer, schneller, weiter gehen, sondern auch immer die Sinnhaftigkeit der jeweiligen Aktion in den Blick genommen werden. Wir wollen Raum schaffen um über die Aktionen selbst und ihre Wirkung im jeweiligen Kontext zu reflektieren; aber auch um zu schauen, wie es uns damit ergangen ist. Aktionen können scheitern, aber wir können trotzdem etwas daraus lernen.

Im Rahmen des Aktionslabors gibt es, um das gelernte auch umsetzen zu können, zwei Aktionstage – den ersten am 25. August unter dem Motto „Infrastruktur markieren“, den zweiten am 27. August unter dem Motto „Infrastruktur blockieren“. Es wird Möglichkeiten geben, sich im Vorhinein der Aktionen zu koordinieren, sodass ihr Gruppen von Menschen finden könnt, die die gleiche Aktionsidee umsetzen wollen wir ihr.

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Over the last years the resistance against lignite and the system that necessitates it has grown a lot. New forms of action have been added to the forms of protest that have been practized for years, like petitions, letters and manifestations. In 2011 the first railway blockade of the Hambachbahn took place, in 2014 an excavator in the Rhineland was occupied for the first time. The forest occupations yielded exciting actions in tunnels, trees and barricades. In 2015 the Rhineland experienced its biggest mass action to date – Ende Gelaende.
But there’s more! This year we want to develop and test new forms of action in what we call an Action Laboratory for innovative resistance. The ActionLab will set the right framework for that. Trainings before the camp, material at the camp and also space for reflection after the actions should encourage everyone, whether they have experience in protest or not, to work on actions and implement them together with others. All of us can learn from one another. People who consider themselves less experienced in action can also discover actions that suit them and don’t have them overworked.

We’ll reflect the experiences gathered and use them for a socalled area concept in 2017 (similar to the route concept used in the resistance against nuclear waste transports) which will elevate the resistance to a whole new level.

But we do not only want to question our forms of action and move forward from there on, but do the same regarding the issue of organising. Often we are organised in affinity groups (up to approx. ten people) and “fingers“ (approx. 250 people). But isn’t there something in between? Is it possible to find new, feasible forms of organising that bring together the benefits of affinity groups (ability to check in with everyone and find a consensus, quick decision-making, people’s autonomy) and those of fingers (many people)? How can we remain autonomous in “mass“ actions? And what about our mode of organising in our everyday political work?

In order for people to feel empowered to try out new forms of action we need a space in which they can first learn about them. Hence, the overall programme consists of many workshops – we’d like to see more being added. We do not want to just think about issues of “bigger, faster, further“ when considering an action, but also take a look at how much sense it actually makes. We want to create a space to reflect on the actions themselves and their implications within their specific context, but we also want to see how we felt about doing them. Actions can fail and we can still learn from them.

To implement the things learnt there will also be two action days within the Action Lab, the first one with the motto “marking infrastructure“ on the 25th of August, the second one with the motto “blocking infrastructure“ on the 27th of August. There will be possibilities to coordinate actions beforehand and also to find groups of people who are thinking about implementing the same form of action as you.

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